Eine "Ode an das Lücht" mit Franca Neuburg
Eine „Ode an das Lücht“ inmitten dunkler Jahreszeit. Mit rund 150 Menschen hießen wir am 2. Februar das neue Jahr willkommen und eröffneten die Ausstellung der Künstlerin Franca Neuburg. Ein Fest voller Improvisation, Kontemplation und Kreation an Mariä Lichtmess, dem Patronatstag der Seminarkirche im LÜCHTENHOF.
Text: Stephanie Brall, Dirk Brall / Fotos: Stephanie Brall, Jan-Felix Bergmann, Janina Böhm, Katharina Schanz
Gemeinsam wandelten wir entlang der rund 100 Arbeiten von @francaneuburg, färbten Lüchten in der Kerzenwerkstatt, pflückten Worte von den Wänden, drehten am Zettel-Automaten und zogen an Hampeltieren. Wir erlebten wie aus Regen, Hagel und Farbe ein Buch entstand. Wir sahen, wie sich vor unseren Augen in blauer der Kreis öffnete und erweiterten anschließend mit Dr. Christian Hennecke das Lücht in unserer Mitte um unzählige weitere Kerzen. Wir lasen mit Direktor Dirk Brall zwischen den Zeilen der alten Emmaus-Geschichte und entdeckten darin „Warme Quellen“. Wir hörten eine bewegende Laudatio von Autor Dr. Christian Sauer. Und Franca Neuburg im Gespräch mit Direktorin Stephanie Brall über Spielräume, Vulnerabilität und das Leben selbst.
Als Zirkusartistin Emilie Blohmer in „Maske No. 10“ vor unseren Augen zu tanzen begann, sangen wir mit Stephanie Brall und Ann-Kathrin Blohmer „Stand by me“. Unverwechselbar dazu der Klang von Jazztrompeter Kaspar Blohmer im Wechselspiel mit einer elektronischen Musikinstallation von Tom Neuburg. Neu verbunden mit uns selbst, miteinander und mit dem, was über uns hinausgeht, blieben wir noch lange beieinander. Bei Brot, Brause und Wein, serviert von Heidi Schilling, Dennis Krastinat und Team. Von Herzen Dank an die fabelhafte Franca Neuburg und an diesen einzigartigen Ort namens LÜCHTENHOF, der uns wieder mal zum Gleichnis wurde, zum herrlichen Spielraum. Dankeschönst an das gesamte LÜCHTENHOF-Team, das uns rund um Tagungsmanagement, Haustechnik, Hauswirtschaft und Kulinarik so wunderbar den Hof gemacht hat. Ein Fest war das!
Und plötzlich öffnet sich vor uns ein Kreis. Blau wie der Himmel und das Meer. Ein Spielraum. Eine Lichtung. Vor unseren Augen. Danke, Franca Neuburg.
Die Ausstellung umfasst Arbeiten der Künstlerin Franca Neuburg aus drei Jahrzehnten – darunter großformatige Masken, Keramiken, Zeichnungen und Drucke. Außerdem spielerische Objekte wie einen interaktiven Automaten sowie Kurzfilme über das mehrdimensionale Schaffen der Künstlerin.
Das Fensterbild im Glasgang zwischen Altbau und Neubau des LÜCHTENHOF hat Franca Neuburg entwickelt im Zusammenspiel mit den bunten Kirchenfenstern im Foyer und in der Seminarkirche.
Einige Drucke von Franca Neuburg sind erschienen in den Büchern »Draußen gehen« und »Regen« von Dr. Christian Sauer im Verlag Hermann Schmidt und zu den schönsten deutschen Büchern nominiert worden.
Pflück dir was. An unserer Zettelinstallation im Glasgang des LÜCHTENHOF. Eine Karte von Franca Neuburg. Dazu Wortschnipsel aus der neuen alten Emmaus-Geschichte von Dirk Brall in die Gegenwart gelesen. Daneben Liedzeilen. Reiseproviant für unterwegs.
Bald, bald, bald … einkehren im Speisesaal des LÜCHTENHOF. Unter den Tellern von Franca Neuburg. Und einander fragen: Welchen magst du am liebsten?
Was haben wir dich geliebt, "Maske No. 10". Als Franca Neuburg mit dir im LÜCHTENHOF auftauchte. Als du dich zu uns geselltest, mitten im Schnee, und uns in den Arm nahmst. Und dann vor unseren Augen das Tanzen begannst. Wurdest uns zum Gleichnis. Für uns. Als Teil einer größeren Erzählung. Der von Emmaus zum Beispiel. „Stand by me“, sangen wir. Und winkten dir anschließend hinterher. Hast Bilder von dir hier gelassen an den Wänden. Funkeln im Lücht. Und Karten. Die schicken wir in die ganze Welt hinaus. Und du? Bist weitergezogen. Mehr Menschen umarmen. Gut so.
Und nochmal schnell durchs Foyer gehuscht. Dabei bemerkt, dass das Funkeln auf deinem Rücken dem Funkeln der Fenster ähnelt. Du selbst, eine Ode an das Lücht!
Noch
DDDodazu